Wie BlackRock zu den Rothschild-Billionen gekommen ist

BlackRock ist der weltweit größte und damit auch mächtigste Vermögensverwalter. Er dirigiert rund 6,3 Billionen Dollar durch die Weltwirtschaft und ist führend in dem globalen Finanz-Netzwerk, das die Welt beherrscht. Die Verbindung zu der weltweit reichsten Familie Rothschild blüht eher im Geheimen. Rothschild-Billionen wurden 2009 von der Vermögensverwaltungs-Tochter der Londoner Großbank Barclays im kalifornischen San Francisco zu BlackRock transferiert. Derzeit steht BlackRock in Deutschland mit Kanzler-Aspirant Friedrich Merz (CDU) als Aufsichtsrats-Präsident im Zentrum des „Cum-ex-Skandals“.

Autor: Wolfgang Freisleben

Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock: 6,3 Billionen US-Dollar investiert

Wenn Friedrich Merz die Nachfolge von Angela Merkel antritt und deutscher Kanzler wird, dann ergibt sich ein imponierendes Szenario: Die beiden wichtigsten EU-Länder werden dann nämlich von Rothschild-Gefolgsleuten regiert. Denn der französische Staatspräsident Emmanuel Macron kam direkt von der Pariser Investmentbank Rothschild & Co. an die Spitze der Grande Nation.

Friedrich Merz wiederum ist derzeit Aufsichtsratspräsident im deutschen Ableger des Rothschild-Vermögensverwalters BlackRock. Dieser kann für sich in Anspruch nehmen, der weltgrößte monetäre Gigant mit einem verwalteten Vermögen von 6,3 Billionen US-Dollar zu sein. Die daraus alljährlich erzielten Gewinne bleiben geheim, weil sie den Vermögenseignern zugutekommen. Es sind zweifellos hunderte Milliarden Dollar, die pro Jahr in Unternehmen erarbeitet werden und zu den Kapitalgebern abfließen.

Im Mittelpunkt des Betruges mit Cum-ex-Geschäften

Will mit dem Skandal bei BlackRock nichts zu tun haben: Kanzler-Aspirant Friedrich Merz © dpa Wolfgang Kumm

BlackRock steht allerdings derzeit im Mittelpunkt eines speziellen Betrugsskandals mit sogenannten Cum-ex Geschäften. Bei diesen kam es in der Vergangenheit in großem Umfang zu gezielt erschlichener mehrfacher Rückerstattung von nur einmal abgeführter Kapitalertragsteuer auf Dividendenausschüttungen. Nach Ansicht der deutschen Bundesregierung sind die Geschäfte illegal. Sie sind Gegenstand zahlreicher staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsverfahren.

2018 wurden die sogenannten CumEx-Files nach einer investigativen Recherche von 19 europäischen Medien unter Leitung des Recherchezentrums Correctiv veröffentlicht. Demnach beläuft sich der Schaden für die Steuerzahler aus mindestens 11 europäischen Ländern durch derartige Geschäfte auf mindestens 55,2 Milliarden Euro, davon mehr als 31 Milliarden Euro Schaden für die deutschen Steuerzahler.

Merz distanziert sich zumindest verbal von den fragwürdigen Deals: „Sie dienen letztlich dazu, die Steuerzahler auszunehmen“ und seien unabhängig von der juristischen Bewertung „vollkommen unmoralisch“. Als Aufsichtsratspräsident trägt er aber Mitverantwortung.

Diskrete Verbindung zwischen BlackRock und Rothschild

Die Verbindung zwischen BlackRock und der weltweit reichsten Billionärs-Familie Rothschild ist nahezu unbekannt.  Ich habe sie in meinem Buch „Das Amerika Syndikat“ detailliert beschrieben.

Vorangegangen war 1985 in New York die Gründung der börsennotierten Beteiligungsfirma Blackstone Group mit einer Rothschild-Finanzierung. Randall Rothschild fungierte als Managing Director der Gruppe und als COO (Chief Operating Officer) der Immobilienfinanzierungssparte Blackstone Real Estate Debt Strategies.

Das Familien-Oberhaupt, der englische Lord Jacob Rothschild, saß persönlich im Aufsichtsrat. Blackstone verfügte Ende 2011 über Beteiligungen im Wert von rund 169 Milliarden US-Dollar. Zu den großen Aktionären zählt die Crème de la Crème der internationalen Hochfinanz mit Fidelity, Credit Suisse First Boston, Morgan Stanley, Deutsche Bank, Citigroup, Goldman Sachs, UBS und anderen.

1992 in den USA von Larry Fink gegründet

BlackRock war dann 1992 entstanden, als Larry Fink, Ralph Schlosstein und Keith Anderson ihre Financial-Management-Group aus der Blackstone Group herauslösten und sie 1995 als Konzerngesellschaft an PNC anschlossen. Die Abkürzung PNC geht zurück auf die beiden Banken Pittsburgh National Corporation und Provident National Corporation, die sich 1982 bei der bis dahin größten Bankenfusion in der Geschichte der USA zur PNC Financial Corporation mit Sitz in Pittsburgh, Pennsylvania, zusammengeschlossen hatten.

1999 brachten sie das Unternehmen an die Börse, wobei BlackRock die Zuständigkeit für die offenen Investmentfonds von der PNC Financial Services Group übernahm und PNC für die Verwaltung der Veranlagungen von festverzinslichen Wertpapieren zuständig wurde.

PNC wies Ende 2015 mit 52.500 Mitarbeitern lediglich ein eigenes Vermögen von „nur“ 358 Milliarden Dollar aus. Das Unternehmen ist im Aktienindex S&P 500 gelistet.

BlackRock übernimmt ein Billionen-Vermögen von Barclays

Die Verbindung der Rothschilds mit BlackRock intensivierte sich dann über den Londoner Bankriesen Barclays – das börsennotierte Flaggschiff der Familie Rothschild. Barclays nahm die Spitzenposition in jenem am 28. Juli 2011 veröffentlichten Ranking der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich ein, welches die weltweit am dichtesten durch Beteiligungen vernetzten Finanzkonzerne dokumentierte.

Beaufsichtigte einst Blackstone persönlich im Aufsichtsrat: Familienoberhaupt Lord Jacob Rothschild

Der brisanten ETH-Studie der Autoren Stefania Vitali, James B. Glattfelder und Stefano Battiston mit der Bezeichnung „The network of global corporate control“ lagen Daten aus dem Jahr 2007 zu Grunde. Sie legte die Struktur der globalen Wirtschaftskontrolle durch eine kleine Gruppe von 147 Finanzfirmen offen.

Alle anderen weltweit verstreuten Rothschild-Banken sind Privatbanken, deren Bilanzen daher öffentlich nicht einsehbar sind.

Die Übernahme des Nordamerikageschäfts von der bankrotten Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 war für Barclays der Startschuss für eine massive Kapitalverschiebung. Im Juni 2009 trat Barclays dann die gesamte in San Francisco (USA) domizilierte Vermögensverwaltung „Barclays Global Investors“ (BGI) mit allen Beteiligungen im Wert von zunächst rund 2,8 Billionen Dollar um den Pappenstiel von 13,5 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) an die BlackRock Inc. ab.

Durch den Transfer avancierten die Amerikaner zum weltgrößten Vermögensverwalter mit damals 3.200 Milliarden (3,2 Billionen) US-Dollar an verwaltetem Vermögen. Barclays CEO John Varley und Aufsichtsrats-Präsident Bob Diamond zogen in den Aufsichtsrat von BlackRock ein und wahrten damit die Kontrolle über das Rothschild-Vermögen.

Mit BGI wechselte auch iShares, einer der bedeutendsten Anbieter von börsengehandelten Exchange Traded Funds (ETFs), von BGI in den Besitz von BlackRock. Da der Deal zur Hälfte mit einem Aktientausch getätigt wurde, hielt Barclays zunächst 20 Prozent der Aktien von BlackRock Inc. und diese umgekehrt auch einen ähnlichen Prozentanteil an Barclays. Die beiden Finanzgiganten waren somit massiv miteinander verflochten und die Verbindung publik geworden: Rothschild-Billionen sind bei BlackRock geparkt.

Die größte Finanztransaktion der Geschichte

Barclays musste allerdings zusätzlich den Amerikanern eine Kreditlinie bis zu zwei Milliarden Dollar einräumen, da BlackRock die finanziellen Ressourcen für einen derart großen Deal nicht flüssig hatte.

Weitere 2,8 Milliarden Dollar sammelte BlackRock über den Verkauf von Aktien an andere Schattenbanken ein, mit denen BlackRock durch Überkreuz-Beteiligungen in einem Syndikat verbunden ist. Nach Abschluss der Transaktion nannten sich die Amerikaner BlackRock Global Investors, hatten 9.000 Mitarbeiter und waren in 24 Ländern präsent.

Es war die größte Finanz- und Beteiligungstransaktion in der Geschichte. Auf Seiten von Barclays wickelten die Londoner Investmentbanken „Barclays Capital“ und „Lazard Brothers“ das Geschäft ab, juristisch beraten von den Anwaltsfirmen Clifford Chance und Sullivan & Cromwell.

BlackRock wurde von Citigroup, Credit Suisse, Bank of America Merrill Lynch, Morgan Stanley und Perella Weinberg Partners sowie den Anwaltsfirmen Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom unterstützt.

Barclays-Vorstände im Verwaltungsrat von BlackRock

Barclays Headquarter in London, Lombard Street: Trat die globale Führung der Weltwirtschaft an BlackRock ab

Die beiden Konzerne kooperierten fortan eng in der Vermögensverwaltung und dem Investmentbanking. Inzwischen sind neben den Rothschilds auch die englische Queen Elisabeth II., die US-Politiker Al Gore und Maurice Strong sowie die US-Milliardäre Warren Buffet und George Soros an BlackRock beteiligt, mit denen die Rothschilds geschäftlich eng verbunden sind.

Das Billionen-Vermögen landet letztlich bei PNC

BlackRock war bereits 2006 durch die Fusion mit Merrill Lynch Investment Managers zum weltgrößten Asset Management-Unternehmen gewachsen. Die internationale Fondspalette „Merrill Lynch International Investment Funds“ mit verwalteten Vermögenswerten von 3,792 Billionen US-Dollar wurde im April 2008 in BlackRock Global Funds (BGF) umbenannt. Außerdem übernahm BlackRock von der Quellos Capital Management deren Dachfondsgeschäft.

Als die erhöhten Kapitalanforderungen durch die Basel-III-Vorschriften auch die Beteiligungen an Vermögensverwaltern und ähnlichen Finanzfirmen unattraktiver machten, entschloss sich Barclays-Präsident Marcus Agius – ein Rothschild-Schwiegersohn –  im Mai 2012, die BlackRock-Anteile innerhalb des Netzwerkes für 5,5 Milliarden US-Dollar (4,3 Milliarden Euro) zur PNC Financial Corporation in Pittsburgh, Pennsylvania, zu verschieben, wo Ende 2015 dann fast ein Viertel der BlackRock-Aktien ausgewiesen wurden.

Blackrock dürfte überdies 6,4 Millionen Anteilscheine für eine Milliarde US-Dollar über ein Aktienrückkaufprogramm selber aufgenommen haben.

Die Rothschild-Billionen verblieben also bei der Vermögensverwaltung von BlackRock, domizilierten aber unter dem Dach von PNC. Sie dominieren nunmehr jenes von der ETH-Zürich analysierte und 2011 veröffentlichte globale Netzwerk, das die Welt beherrscht.

Rothschild-Schwiegersohn Marcus Agius: BlackRock-Anteile zur PNC Financial Group transferiert

Londoner Barclays mit amerikanischer PNC eng verbunden

Da es hier um Billionen Dollar geht ist anzunehmen, dass PNC Barclays besonders nahesteht und von der Londoner Bank in jedem Fall beherrscht wird. Denn wer würde derartige Vermögenswerte ohne entsprechend penible Kontrolle Fremden anvertrauen?

Die 10 größten institutionellen Aktionäre, darunter natürlich führend die „Big-Four“-Schattenbanken BlackRock, State Street, Vanguard und Fidelity, enttarnten PNC 2016 jedenfalls, nachdem es 2007 gemäß ETH-Studie noch nicht unter den Top 50 aufgeschienen war, nunmehr als einen zentralen Teil des dichten globalen monetären  Netzwerks:

Die größten PNC-Shareholder sind gegenwärtig Vanguard, Wellington, BlackRock, Capital Research, State Street,  T. Rowe Price, Capital World, Capital Research und Vanguard Australia.

Dichte Überkreuz-Beteiligungen der großen Vermögensverwalter

An BlackRock waren zum 29. Juni 2018 gleichfalls die Big Four und weitere große Investmentfirmen beteiligt, die zum Rothschild/PNC/BlackRock-Netzwerk gehören und insgesamt deutlich mehr als 50 % der Aktien halten: PNC Financial Services (21,45%), Vanguard 5,58%, Capital World 5,14%, Blackrock selber 4,76%, State Street 3,24%, Wellington Management 2,81%, Bank of America 2,54%, Fidelity 2,37%, Mizuho Financial Group 1,92%, Norges Bank Investment Management 1,75%. Hinzu kamen Investmentfonds der genannten Gesellschaften.