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Bayern-Wahl: Warum CSU und SPD abstürzten

Dem deutschen Bundesland Bayern geht es blendend und viele Bayern sagen: Die CSU hat ihren Anteil daran. Warum stürzte sie dann bei der gestrigen Landtagswahl um -10,4 %-Punkte ab? Lag es auch daran, dass Wirtschaftspolitik kein Thema im Wahlkampf war? Wie entscheidend war das Flüchtlingsthema? Warum traf es die SPD mit – 10,9 %-Punkte ebenso heftig? Und was ist mit den Wahlgewinnern?

Quellen: tagesschau.de, spiegel.de, augsburger-allgemeine.de

Gesamtstimmenanteil für Bayern: CSU 37,2% SPD 9,7% FREIE WÄHLER 11,6% GRÜNE 17,5% FDP 5,1% DIE LINKE 3,2% AfD 10,2% Sonstige 5,4%

Gesamtstimmenanteile Bayern 2018 in %

15.10.2018. 89 Prozent der Bayern empfinden die wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut – ein Rekordwert. Und gut drei Viertel der Bayern sagen, die CSU hat dem Land über Jahrzehnte gut getan. Und jetzt der Absturz? „Infratest dimap“ hat für die ARD erhoben, warum.

Zunächst fällt auf, dass die Wirtschaftspolitik, die Domäne der CSU, diesmal kein Thema war. Während Arbeitslosigkeit bei früheren Wahlen oft eine wichtige, manchmal sogar eine herausragende Rolle für die Wahlentscheidung gespielt hat, hatte sie diesmal so gut wie keine Bedeutung. Kein Wunder, schließlich herrscht in vielen Regionen Bayerns nahezu Vollbeschäftigung.

CSU hat zu sehr auf das Thema Flüchtlinge gesetzt

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Ganz oben standen andere Themen: Umwelt, bezahlbarer Wohnraum und Bildung – Themen, die nicht als CSU-Domäne gelten, oder bei denen die CSU in der Vergangenheit Vertrauen verspielt hat – Stichwort: Schulzeit an GymnasienUnd das Thema, auf das die CSU lange Zeit massiv gesetzt hatte, hat die Wähler offenbar auch nicht mobilisiert, sondern eher gespalten: Die Flüchtlingspolitik war nur für ein Drittel der Wahlberechtigten wichtig. 70 Prozent finden sogar, dass die CSU in ihrer Panik vor der AfD zu sehr auf dieses Thema gesetzt und andere Themen vernachlässigt hat. Selbst von den CSU-Anhängern sehen das 51 Prozent so.

Streit verprellt Wähler

Richtig deutlich werden die Probleme der CSU, wenn man sich Umfragen zu ihren Spitzenpolitikern und deren aktuellen Politikstil ansieht: 55 Prozent der Wahlberechtigten sagen, die CSU suche zu oft Streit. Sogar 63 Prozent der ehemaligen CSU-Wähler stören sich daran.

Verantwortlich gemacht wird neben Ministerpräsident Markus Söder und Kanzlerin Angela Merkel vor allem CSU-Chef Seehofer. 65 Prozent werfen Seehofer vor, dass es ihm nicht mehr um Sachpolitik geht, sondern vor allem um sich selbst. Und selbst von den CSU-Wählen sieht das noch knapp die Hälfte so. Verloren hat die CSU bei praktisch allen Bevölkerungsgruppen – und das zweistellig.

Söder hat ein Glaubwürdigkeitsproblem

Söder halten nur 49 Prozent der Bayern für einen guten Regierungschef. Das ist für einen amtierenden Ministerpräsidenten eigentlich vernichtend. Der Grüne Winfried Kretschmann im Nachbarland Baden-Württemberg kam kurz vor der letzten Wahl dort auf Zustimmungswerte von fast 90 Prozent. Und selbst die – dann abgewählte – NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft von der SPD hatte noch bei 59 Prozent Zuspruch.

Verheerend ist Söder‘s Glaubwürdigkeit: Nur 44 Prozent der Bayern gestehen ihm die zu. Er scheint zu oft Kurs und Rhetorik gewechselt zu haben. Denn zum Jahresanfang hatte er diesbezüglich noch ein besseres Ergebnis.

Viele wissen nicht, wofür die SPD steht

Die SPD findet sich im Landtag nur noch als „einstellige Partei“ wieder. Sie wird selbst bei ihren Kernthemen wie etwa der sozialen Gerechtigkeit wird sie als deutlich weniger kompetent wahrgenommen als bei der vorangegangenen Wahl. Ihre Spitzenkandidatin Natascha Kohnen kommt zwar vergleichsweise gut an, reicht aber nicht an die Beliebtheit von Christian Ude heran, mit dem die SPD 2013 ins Rennen gegangen war.

Großes Problem der SPD: Viele wissen nicht, wofür die Partei derzeit steht. Und fast 80 Prozent sagen, der SPD fehlt ein zentrales Thema, mit dem sie die Menschen begeistern kann. Selbst von den SPD-Wählern sehen das 58 Prozent so.

Grünen-Wähler mit der eigenen Partei im Reinen

Die Grünen hingegen stehen ganz klar für ihre Kernbereiche – Naturschutz, Umwelt- und Klimapolitik. Und das mit  hoher Kompetenzen. Vielen Wähler haben dem eine hohe Bedeutung zugemessen.

Auch ihre klare Haltung beim Thema Flüchtlinge kommt gut an. 59 Prozent – egal ob sie dann grün gewählt haben oder nicht – sagen: Es ist gut, dass sich die Grünen für eine humane Asylpolitik einsetzen. Und fast ähnlich so viele sagen: Die Grünen verteidigen Werte, die mir wichtig sind.

Die eigenen Anhänger sind mit der Politik der Partei durchwegs im Reinen: Hier gibt es bei vielen Aussagen hohe Zustimmungswerte; bei der Frage mit den Werten sogar nahe der 100-Prozent-Marke.

Krise in Berlin: SPD droht mit  Koalitionsende

Der Richtungsstreit innerhalb des CDU/CSU-Bündnisses droht die Regierung zu sprengen. Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles nimmt jedenfalls die Gelegenheit wahr, um die Union zu schwächen. Deren Diskussionen würden die Arbeit der Koalition überdecken. Und daran habe die Kanzlerin Angela Merkel einen gehörigen Anteil. Die SPD wünscht ein neues Staatskonzept. Und die Partei-Linken fordern gar eine echte Politikalternative.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Andrea Nahles (li.) mit Angela Merkel: Ende der Zweisamkeit droht wegen des andauernden Richtungsstreits in der Union

11.10.2018. Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat die Arbeit in der Koalition scharf kritisiert und indirekt mit einem Ende des Bündnisses gedroht. „Seit Beginn der Regierungsarbeit, eigentlich sogar schon seit Beginn der Koalitionsverhandlungen, belastet der Richtungsstreit innerhalb der Union diese Koalition ganz massiv“, sagte Nahles der „Zeit“ laut Reuters-Vorabbericht.

Zwei „veritable Regierungskrisen“ hätten die Leistungen der Koalition völlig zugedeckt. „Wenn der unionsinterne Zoff aber weiterhin alles überlagert, macht gute Sacharbeit natürlich irgendwann keinen Sinn mehr“, sagte die Partei- und Fraktionschefin. Eine große Koalition müsse mehr von sich verlangen, als es schon zu einem Erfolg zu erklären, „wenn mal eine Woche lang keine Regierungskrise ist“.

Nahles kritisierte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es sei bisher nicht gelungen, die Koalition in ruhiges Fahrwasser zu bringen. „Daran hat die Regierungschefin natürlich ihren Anteil“, sagte sie. Merkel habe als Kanzlerin die Richtlinienkompetenz. „Sie hat also viele Mittel in der Hand, um dieser Regierung Stabilität zu geben.“ Die CDU-Chefin nutze diese Mittel aber nicht. „Ich würde mir von Frau Merkel oft mehr Führung und Haltung wünschen“, fügte sie hinzu.

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Nahles kündigte für ihre Partei an, sie werde sich aus „dem gedanklichen Gefängnis der Agendapolitik, über die wir viel zu lange rückwärtsgewandt geredet haben, befreien“. Notwendig sei ein „neues, modernes Sozialstaatskonzept“ für den „Sozialstaat 2025“. Die SPD werde „mit einigen Sachen aufräumen, die uns als SPD immer noch blockieren“. Das für 2019 geplante Konzept solle die „sozialdemokratische Antwort auf die Herausforderungen des digitalen Kapitalismus“ sein.

Druck erhält Nahles auch von der Partei-Linken, die am Wochenende in Berlin über die Zukunft der SPD beraten will. „Unser Ziel ist eine echte Politikalternative: eine Regierung diesseits der Union und im Bündnis mit den vielen“, heißt es in einem Beitrag, den führende Vertreter der SPD-Linken auf deren Internetseite veröffentlichten. „Wir sind nicht zum Vergnügen in der Groko und halten sie auch nicht für eine wünschenswerte Option für unser Land“, schreiben SPD-Vize Ralf Stegner, Juso-Chef Kevin Kühnert, der Sprecher der parlamentarischen Linken im Bundestag, Matthias Miersch, und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, mit weiteren Mitstreitern in dem Beitrag. Sie sparen in ihrem Aufruf nicht mit Kritik an der eigenen Parteiführung: „Die Zeit des Taktierens, Lavierens und der Eitelkeiten muss vorbei sein.“

Steuertricks: Trump mit acht Jahren Millionär

US-Präsident Donald Trump soll seinen Eltern bei umfangreichen Steuerhinterziehungen geholfen haben. Und das schon im Kindesalter. Er und seine vier Geschwister haben solcherart angeblich mehr als eine Milliarde US-Dollar erhalten. Hinzu kam ein umfangreicher Immobilienbesitz.

Quelle: New York Times, Die Welt

05.10.2018. US-Präsident Donald Trump dürfte bereits im Alter von drei Jahren nach heutigem Wert 200.000 Dollar pro Jahr eingenommen haben. Im Alter von acht Jahren war er demnach bereits Millionär.

Donald J. mit seinem Vater, Fred C. Trump, im Jahr 1988: Handshake nach gelungenen Steuer-Deals

Kurz nach seinem Hochschulabschluss habe Trump dann eine Million Dollar pro Jahr von seinem Vater erhalten, berichtete die New York Times. In seinen Vierzigern und Fünfzigern soll diese Summe mehr als fünf Millionen Dollar betragen haben.

Das ist nur eine Facette der dubiosen Steuerpraktiken der Familie, die nun von der NYT publiziert werden. Die Zeitung beruft sich dabei auf Steuerunterlagen. Wie sie dazu kam, wird verschwiegen.

Bei den Vorwürfen geht es um Schenkungen von Trumps Eltern – dem Immobilienmagnaten Fred Trump und seiner Frau Mary – an ihre Kinder. Donald Trump empfing dem Bericht zufolge sehr viel mehr Geld von seinem Vater, als er bisher angegeben hatte.

Insgesamt sollen die Eltern ihren fünf Kindern mehr als eine Milliarde Dollar überschrieben haben. Allein Donald soll laut „New York Times“ über die Jahre nach heutigem Wert 413 Millionen Dollar (358 Millionen Euro) bekommen haben. Darauf wären laut „NYT“ aber weit mehr als die rund 52 Millionen Dollar an Steuern fällig gewesen, die der Finanzbehörde überwiesen wurden.

„Die Steuerbehörde überprüft die Vorwürfe im Artikel der ‚New York Times‘ und verfolgt energisch alle angemessenen Ermittlungswege“, sagte ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur AFP. Dabei geht es auch darum, dass Donald Trump und seine Geschwister unter anderem eine Scheinfirma gegründet haben sollen, um die Zahlungen zu verschleiern. Die Familie soll zudem unrechtmäßige Steuerabschläge in Millionenhöhe vorgenommen haben.

Der heutige US-Präsident soll seinen 1999 und 2000 verstorbenen Eltern auch geholfen haben, ihren Immobilienbesitz kleinzurechnen und so Steuern zu sparen. Fred Trump übergab den Großteil seines Immobilienimperiums eineinhalb Jahre vor seinem Tod an seine Kinder.

Der Besitz wurde laut „NYT“ auf nur 41,4 Millionen Dollar geschätzt, in den folgenden zehn Jahren jedoch für mehr als das 16-fache verkauft.

Trumps Anwalt Charles Harder bezeichnete den „NYT“-Bericht als „100 Prozent falsch und höchst verleumderisch“. Es habe weder Betrug noch Steuerhinterziehung gegeben. Außerdem habe sich der heutige US-Präsident damals so gut wie gar nicht um die Finanzangelegenheiten gekümmert. Dies hätten Verwandte und Finanzexperten übernommen.

Auch die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, wies die Vorwürfe zurück – und forderte die „New York Times“ zu einer Entschuldigung auf.

Anders als seine Vorgänger hat Präsident Trump sich bisher geweigert, seine Steuerbescheide zu veröffentlichen. Mit Verweis auf Steuerexperten schrieb die „NYT“, dass Trump wegen der jetzt veröffentlichten Geschichte wahrscheinlich keine strafrechtliche Verfolgung fürchten müsse. Allerdings könnte er zu einem Bußgeld wegen der Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdonnert werden.

Frankreichs „Ausbrecherkönig“ wieder gefasst

Der berüchtigte französische Gangster Rédoine Faïd wurde nach seiner Flucht in Creil nördlich von Paris wieder gefangen genommen. Es war sein zweiter Gefängnisausbruch und diesmal besonders spektakulär: Zwei Komplizen hatten einen Hubschrauberpiloten entführt und zur Landung im Gefängnishof gezwungen.

Quellen: New York Times, Spiegel

04.10.2018. Im Juli war der berüchtigte Verbrecher Rédoine Faïd, 46, bei einem aufsehenerregenden Coup nach Hollywood-Muster mit einem Hubschrauber aus einem Gefängnis in der Nähe von Paris geflohen. Nach drei Monaten wurde er jetzt wieder gefasst.

Ausbrecher-König Rédoine Faïd: Zweimal ausgebrochen, zweimal erwischt:

Die Polizei hat den Ausbrecher in Nordfrankreich nach einer intensiven Fahndung gemeinsam mit zwei Neffen in Creil, einem Vorort von Paris, in dem er aufgewachsen war, aufgespürt und ohne Gegenwehr festgenommen.  Der Gangster hat eine 25-jährige Haftstrafe zu verbüßen, weil er einen Raubüberfall verübt hatte, bei dem eine Polizistin getötet worden war. Der Ausbruch wird ihm noch einige Jahre mehr einbringen.

Faïd gilt in den Medien als „Ausbrecherkönig“, weil er sich bereits zuvor eine erste Gefängnispause verschafft hatte. Im Jahr 2013 hatte er vier Gefängniswärter als Geisel genommen und  Plastiksprengstoff benutzt, um sich durch fünf Reihen von Gefängnistüren zu sprengen. Ein Komplize wartete in einem Auto. Einige Wochen später war die Flucht allerdings wieder zu Ende.

Vor acht Jahren veröffentlichte der Einwanderersohn, der in einem nördlichen Vorort von Paris aufwuchs, ein Buch über seine „Karriere“ als Spezialist für das Ausrauben von Geldtransportern.

Der selbsternannte „Urban Cowboy“ mit algerischen Wurzeln wurde zum Idol vieler junger Menschen in den französischen Banlieues – jenen Vorstädten, in denen die Jugend-Arbeitslosigkeit nicht selten bei 50 Prozent liegt.

Ausbruch mit perfekter Choreographie

Der jüngste Ausbruch am 1. Juli aus der Strafanstalt in Réau am Stadtrand von Paris geschah nach einer perfekten Choreographie. Kurze Zeit später wurde er fast erwischt, als die Polizei ihn im Val d’Oise entdeckte.

Zur Flucht verhalfen ihm drei schwer bewaffnete Komplizen, die sich von einem entführten Hubschrauber-Piloten in den Gefängnishof fliegen ließen.

Berichten zufolge versprühten sie Tränengas und bedrohten die Wächter mit Sturmgewehren. Anschließend brachen sie die Tür zum Besuchsraum auf, wo sich Faïd aufhielt, der gerade von seinem Bruder besucht wurde. Der Ausbruch dauerte nur wenige Minuten, es wurde niemand verletzt. Mit Faïd an Bord flog der Pilot in den Norden von Paris, wo er auf einem Feld landen musste. Von dort flohen die Gangster in einem Auto, das in der Nähe geparkt war.

Die französische Justizministerin Nicole Belloubet beschrieb die Flucht als „sehr gut vorbereitet“ und sagte, dass die Komplizen das Gefängnis möglicherweise mit Hilfe von Drohnen untersucht hätten, um den genauen Ort für die Landung des Hubschraubers zu bestimmen.

Russland liefert erste S-300 Raketen nach Syrien

Russland verstärkt seine Militärpräsenz in Syrien. Die ersten Flugabwehrsysteme S-300 wurden bereits nach Syrien geliefert. Außerdem werden Radaranlagen fremder Flugzeuge blockiert, die Ziele in Syrien anvisieren. Israel und die USA protestieren.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Startfahrzeug für Raketen des russischen S-300  Flugabwehrsystems: In Syrien bereits einsatzbereit

02.10.2018. Russland hat in der vergangenen Woche die ersten Flugabwehrsysteme S-300 nach Syrien geliefert und dafür die in Russland hergestellte Antonov An-124 Ruslan eingesetzt. Das berichtet die Times of Israel. Beobachter hätten die Maschine auf dem Weg von Russland nach Syrien gesehen, schreibt Yediot Ahronot. Die Antonow An-124 Ruslan, auch als Condor bekannt, gilt als größtes militärisches Transportflugzeug der Welt und ist das zweitgrößte Flugzeug der Welt.

Russland sagte, dass es am Freitag, trotz israelischer Proteste, mit der Lieferung des Luftverteidigungssystems S-300 an Syrien begonnen habe. Das erste Ruslan-Flugzeug wurde am Donnerstagabend bei der Hmeimim Air Base in der Nähe von Latakia in Syrien entdeckt, berichtet Ynet.

Das russische Verteidigungsministerium kündigte vergangene Woche außerdem an, dass es damit beginnen werde, Radaranlagen von Militärflugzeugen zu blockieren, die Ziele in Syrien vor der Küste des Mittelmeeres anvisieren.

Sowohl Israel als auch die USA haben gegen die Entscheidung protestiert, Syrien mit der S-300 zu versorgen. Israel fühlt sich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt, Angriffe gegen Ziele in Syrien zu fliegen.

Israel hat laut Times of Israel angekündigt, seine Operationen fortzusetzen. Israel hat in den vergangenen Jahren Hunderte von Angriffen gegen syrische und iranische Ziele in Syrien durchgeführt, wobei Kampfjets von der Luftverteidigung des Landes nahezu unbehelligt blieben – obwohl im Februar in Syrien eine F-16 von einer syrischen Flugabwehrrakete abgeschossen wurde. Die israelische Armee gab später an, der Abschuss sei das Ergebnis eines professionellen Fehlers der Piloten gewesen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte bei der UN-Vollversammlung in New York, Russland werde alles tun, um sein Militärpersonal in Syrien zu schützen.

Die USA drohen Russland mit  Waffengewalt

Die US-Regierung verschärft die Rhetorik gegenüber Russland. Sie will verhindern, dass Russland die „Energieversorgung im Nahen Osten wie in Europa“ kontrolliert. Zum ersten Mal lässt US-Präsident Donald Trump überdies verkünden, dass sich die USA mit Fracking und Schieferöl  einen Vorsprung gegenüber Russland geholt hätten.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

01.10.18. Die US-Regierung schlägt wieder einmal neue, schärfere Töne gegen Russland an. Diesmal wegen der russischen Energie-Exporte. US-Innenminister Ryan Zinke sagte laut Washington Examiner, die US-Marine könne gegen Russland eine See-Blockade verhängen, um Russland davon abzuhalten, die Energieversorgung im Nahen Osten wie in Europa zu kontrollieren: „Die Vereinigten Staaten haben die Fähigkeit, mit unserer Marine sicherzustellen, dass die Seewege offen sind, und, wenn nötig, sie zu blockieren … um sicherzustellen, dass ihre Energie nicht auf den Markt kommt“, sagte Zinke am Freitag um Veranstaltung in Pittsburgh, veranstaltet von der Consumer Energy Alliance.

Zinkes Auftritt sollte erklären, warum Fracking und der Schiefer-Energie-Boom den USA gegenüber den Rivalen Russland und Iran einen Vorsprung verschafft hätten, indem sie die USA unabhängiger von ausländischen Energiequellen machten.

„Russland ist ein Zirkuspferd“, sagte Zinke und erklärte, dass Russlands Wirtschaft von seiner Fähigkeit abhänge, Energie zu verkaufen: „Ich glaube, der Grund, warum sie im Nahen Osten sind, ist, dass sie wie in Osteuropa, dem südlichen Teil Europas, Energie verkaufen wollen.“

Die US-Regierung hat sich energisch gegen russische Energieprojekte wie die Nord Stream 2-Pipeline nach Deutschland ausgesprochen, weil sie die Hebelwirkung auf Europa ausüben würde. Präsident Trump möchte, dass die Europäische Union mehr US-Erdgas kauft, um die Energieversorgung des Kontinents von Russland aus zu diversifizieren.

Energieminister Rick Perry wiederholte diese Woche, dass Sanktionen gegen die Pipeline immer noch eine Option sind, wenn Russland sich nicht wie ein guter Nachbar seiner europäischen Kunden verhalte. Im Iran sei die Situation sehr ähnlich, erklärte Zinke. Im Wettbewerb mit beiden Ländern hätten die USA die militärische Option, die er lieber nicht ziehen würden; und die wirtschaftliche, die darin bestehe, dem Iran und Russland Marktanteile bei Erdöl und Erdgas abzunehmen.

Klerikaler Missbrauch: 677 minderjährige Opfer

Vier Jahre lang haben Forscher den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche Deutschlands untersucht. In 58 Jahren wurden bis 2004 3.677 Minderjährige Opfer von sexuellem Missbrauch durch insgesamt 1.670 klerikale Täter. 62,8 Prozent der Opfer waren männlich, 51 Prozent jünger als 14 Jahre.

Quelle: dpa, ZDF, KNA

25.09.2018. Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine 356 Seiten starke anonymisierte Missbrauchsstudie veröffentlicht. Rund vier Jahre lang hatte ein Forscherkonsortium 38.156 Akten ausgewertet.  Das Ergebnis ist schaurig.

356 Seiten Missbrauchsstudie in der katholischen Kirche: 58 Jahre ausgewertet, 3.677 Opfer identifiziert

Zwischen 1946 und 2014 wurden 3.677 Kinder und Jugendliche Opfer von sexuellem Missbrauch. 62,8 Prozent der Betroffenen waren männlich. Ermittelt wurden 1.670 klerikale Täter.

Bei 54 Prozent der Beschuldigten lagen Hinweise auf ein einziges Opfer vor, bei 42,3 Prozent Hinweise auf mehrere Betroffene zwischen 2 und 44, der Durchschnitt lag bei 2,5.

Beim ersten Missbrauch waren 51,6 Prozent der Betroffenen jünger als 14 Jahre alt. Drei von vier Betroffenen standen mit den Beschuldigten in einer kirchlichen oder seelsorgerischen Beziehung, zum Beispiel als Messdiener oder als Schüler im Rahmen von Religionsunterricht, Erstkommunion- oder Firmvorbereitung.

Die Folgen für die Opfer sind nach der Studie „langfristig und gravierend“. So gab rund ein Drittel der Betroffenen an, als Folge der Taten Schwierigkeiten in sexuellen Beziehungen zu haben. Rund ein Fünftel der Betroffenen leide unter Depressionen und einem sozialen Rückzug. Etwa 24 Prozent gibt an, als Folge des Missbrauchs misstrauischer gegenüber anderen Menschen zu sein. Probleme in Ausbildung oder Beruf benennen 22 Prozent der Befragten. Dazu kommen posttraumatische Belastungsstörung (21 Prozent), Angstzustände (16 Prozent), Alkohol- und Drogenmissbrauch (16 Prozent) sowie Schlafstörungen (16 Prozent), Suizidgedanken (11 Prozent) und Konzentrationsstörungen (9 Prozent).

2004 hatte die US-Bischofskonferenz einen gleichartigen Bericht veröffentlichte: Zwischen 1950 und 2004 bestätigte sie 6.700 Missbrauchsvorwürfe gegen 4.392 Priester. Die meisten Opfer waren zwischen 11 und 17 Jahre alt. 3.300 Priester waren bereits verstorben, als der Bericht veröffentlicht wurde, gegen 384 wurde ermittelt, 252 wurden verurteilt. 100 kamen ins Gefängnis.